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Working out loud (WOL) - <Wissen teilen ist Macht>

Überblick

Bei Working out loud sollte der Begriff nicht wörtlich genommen werden. Es bedeutet nicht das lautes Vorzeigen seiner eigenen Arbeit, sondern es steht für das bewusste Teilen und Bereitstellen von Wissen als ein Mindset. Durch eine offene und zielgerichtete Zusammenarbeit im Netzwerk wird das eigene Wissen für alle sichtbar gemacht, so dass alle davon profitieren können. Für die digital vernetzte Arbeitswelt wird dies eine wesentliche Schlüsselqualifikation werden.

"Working Out Loud ist eine einfache Methode, um relevante Arbeitsbeziehungen aufzubauen, die dabei helfen, ein Ziel zu erreichen oder neue Themen zu entdecken"

John Stepper

Prinzipien

Der Kerngedanke von Working Out Loud ist es, mithilfe von bedeutungsvollen Netzwerken individuelle Ziele zu erreichen, indem man seine Angewohnheiten reflektiert und ändert. Dafür hat Stepper fünf Prinzipien aufgestellt, an denen sich das Konzept orientiert:

  • Beziehungen (Relationships): Man baut nachhaltige Beziehungen auf, die sich gegenseitig helfen können. Das erfolgt nicht nach dem klassischen Networking-Prinzip ala „Eine Hand wäscht die andere“, sondern jeder etwas beiträgt und alle davon profitieren können.
  • Großzügigkeit (Generosity): Das Wissen wird ohne eine Gegenleistung geteilt. Jeder kann etwas Konstruktives beizutragen und damit das Netzwerk nachhaltig  stärken.
  • Sichtbare Arbeit (Visible Work): Die Arbeit soll in einer Art und Weise so sichtbar gemacht werden, damit es als wertvoller Beitrag für das Netzwerk dienen kann und nicht nur der reinen Selbstdarstellung.
  • Zielgerichtetes Entdecken (Purposeful Discovery): Da ein individuelles Ziel gewählt wird, richtet man seine Fokus gezielt darauf aus: Welche Ressourcen benötige ich? Wie und was kann ich beitragen, um dem Ziel näherzukommen und etwas dabei zu lernen?
  • Wachstumsorientiertes Denken (Growth Mindset): Nutze alle Möglichkeiten die es gibt. Es geht darum, immer offen und neugierig an die Dinge heranzugehen und so jene vielen Möglichkeiten zu entdecken, die einen dem Ziel näherbringen können.

Ablauf

Eine kleine Peer-Support-Gruppe von 4-5 Personen bilden einen sogenannten Working out loud Circle Zu Beginn sollte jeder Teilnehmer sich folgende Fragen stellen.

  • Was versuche ich zu erreichen?
  • Wer steht mit meinem Ziel in Verbindung?
  • Wie kann ich dazu beitragen, unsere Beziehung zu vertiefen?

In einem Zeitraum von 12 Wochen trifft sich der Circle jeweils für eine Stunde pro Woche, um gemeinsam an den jeweiligen individuellen Zielen der einzelnen Circle-Mitglieder zu arbeiten. DerCircle kann sich persönlich oder per Video Chat via Skype an verschiedenen Orten treffen.

 

Ein kurzer, einfacher Leitfaden hilft dabei jede Woche kleine Schritte zu machen. Am Ende ist das Ergebnis, dass jeder aus dem Circle ein größeres, vielfältigeres Netzwerk sowie eine Reihe von Gewohnheiten entwickelt hat, die auf die Ziele anwendbar sind. Es entstehen automatisch neue Zugänge zu Menschen und Wissen. Eine hohe Motivation zu mehr Agilität, Innovation und Zusammenarbeit in deinem Unternehmen ist ein weiterer Nebeneffekt.

 

 

Zusammenfassung

Bei Working out loud handelt es sich um eine Reihe praktischer Techniken und Werkzeuge zum Aufbau von Beziehungen. "Lautes Trainieren" als Lebenseinstellung. Es geht darum, Geschichten, Praktiken und Übungen zu verwenden, um Beziehungen zu vertiefen und das eigene Verhalten zu ändern mit dem Ziel offener, großzügiger und vernetzter zu sein. Dies ist nur nicht nur bezogen auf Einzelpersonen, sondern auch auf ganze Unternehmen.

 

Mehr Informationen in verschiedenen Sprachen: https://workingoutloud.com/

 

Nachfolgend der Leitfaden der 12 Wochen im Überblick.

Woche 0: Erste Schritte

Working Out Loud hilft dir, diese inneren Bedürfnisse auf eine Art und Weise zu erschließen, die es dir ermöglicht, effektiver zu sein, dir Zugang zu Chancen verschafft und die sogar dafür sorgt, dass du dich besser fühlst. Je mehr Menschen in einem Unternehmen nach “Working Out Loud” arbeiten, umso gemeinschaftlicher, agiler und menschlicher wird die Kultur.

 

Woche 1: Schärfe deine Aufmerksamkeit

In der ersten Woche lernen sich die Circle-Mitglieder kennen und jeder von wählt sein persönliches und individuelles Ziel für die nächsten 12 Wochen.

Das Ziel sollte folgende Kriterien erfüllen: Es sollte persönlich bedeutsam, möglichst als Lernziel formuliert und möglichst in zwölf Wochen erreichbar sein. Damit soll sichergestellt werden, dass die Motivation über den relativ langen Zeitraum erhalten bleibt. Ob das Ziel privater oder professioneller Natur ist, spielt dabei keine Rolle.

 

Woche 2: Biete deine ersten Beiträge an

In der 3. Woche passt Du dein Zeitmanagement auf eine einfache Art an,fügst weitere Kontakte zu deiner Beziehungsliste hinzu und bietest eine andere Art von Beiträgen an. Diese kleinen Schritte helfen dir, deine Praxis zu festigen und zu erweitern.

Woche 3: Mach drei kleine Schritte

In der dritten Woche könimmst du einfache Anpassung an Ihr eigenes Zeitmanagement vor. Du fügst neue weitere Kontakte deiner Beziehungsliste hinzu und bietest eine andere Art von Beiträgen an. Diese kleinen Schritte helfen dir, deine Praxis zu festigen und zu erweitern.

Vielleicht möchten einige nun möglicherweise das Ziel umschreiben oder sogar ändern. Dies ist völlig natürlich und auch eine Art "Zielentdeckung". Wenn der Kreis hilft, das Ziele oder wirklichen Interessen zu klären, ist das ein hervorragendes Ergebnis. Der Schlüssel ist, durch die wöchentlichen Übungen auf dem Laufenden zu bleiben.


 

Woche 4: Erlange Aufmerksamkeit 

 

Es macht einen großen Unterschied, wie du deine Beiträge anbietest. In dieser Woche übst du, die Art und Weise, wie du deine Nachrichten schreibst und allgemein auf Menschen zugehst, zu verfeinern. Die Übungen tragen dazu bei, dass sich deine Beiträge persönlicher und wertvoller anfühlen und effektiver sind.
So wie eine schöne Verpackung ein Geschenk von unterschiedlichem Wert machen kann, kann diese Reflexion dazuführen, dass die sich Posts persönlicher und wertvoller anfühlen.

 


 

Woche 5: Mach es persönlich

 

Die meisten Menschen denken viel zu eingeschränkt über das, was sie zu bieten haben. Diese Woche wird das verändern. Die Übungen helfen dir, zu verstehen, dass das breite Spektrum deiner Persönlichkeit, das du als selbstverständlich ansiehst – das, was dichausmacht, als Basis für sinnvolle Verbindungen zu anderen dienen kann.


 

Woche 6: Werde sichtbar

 

Es ist für andere schwierig, dich und deine Arbeit zu entdecken, wenn du nicht sichtbar bist. In dieser Woche verbesserst du deine Online-Präsenz, um deine Chancen zu erhöhen, Kontakte zu knüpfen. Danach nutzt du deine verbesserte Präsenz, um eine Verbindung zu vertiefen.


 

Woche 7: Sei zielgerichtet

 

Diese Woche machst du eine der wirkungsvollsten Übungen deines Circle: "Ein Brief von deinem zukünftigen Ich". Durch die Formulierung einer langfristigen Vision dessen, was möglich sein könnte, erhöhst du die Wahrscheinlichkeit, dass diese Vision Wirklichkeit wird.

 

 

Woche 8: Mach es zur Gewohnheit


Obwohl du sieben Wochen damit verbracht hast, über dein Ziel in Bezug auf Menschen und Beiträge nachzudenken, arbeitest du immer noch daran, es zur Gewohnheit und Denkweise zu machen. Es ist zum Beispiel normal, nur schwer die Zeit zu finden, um an deiner Liste zu arbeiten oder dich daran zu erinnern, sie weiterzuverfolgen. Diese Woche erkundest du Wege, wie du deine neuen Gewohnheiten stärkst, sodass sie dich weniger Mühe kosten und sich immer natürlicher anfühlen. Außerdem lernst du, wie du unvermeidliche Schwierigkeiten und Rückschläge überwindest. Anschließend übst du (erneut) Empathie, aber auf eine Art und Weise, die dich überraschen könnte – und durch die du dich mit Sicherheit von anderen unterscheidest.

 

 

 

Woche 9: Entwickle mehr eigenständige Beiträge

 

An diesem Punkt in deinem Circle bist du bereit, die Bandbreite an Beiträgen zu erweitern, indem du mehr von deiner Arbeit und deinen Gedanken sichtbar machst. Selbst wenn dies für einige von euch ungewohnt ist oder ein gewisses Unbehagen bereitet, helfen euch die Übungen in dieser Woche, einen weiteren Schritt zu machen, indem sie euch ermöglichen, etwas Einfaches zu erschaffen, das gleichzeitig großzügig und nützlich ist.

 

Woche 10: Werde systematischer

 

Ein System zu haben, kann die Dinge einfacher machen. Diese Woche arbeitest du mit zwei einfachen Systemen: eines zur Identifizierung neuer Beiträge und eines zur Verwaltung deiner Beziehungsliste. Dann bietest du etwas an, das du bisher noch nicht als Beitrag betrachtet hast.

 


Woche 11: Stelle dir die Möglichkeiten vor

 

Bis jetzt lag der Fokus auf deinen individuellen Beiträgen und Verbindungen. In Woche 11 erweiterst du dein Gespür für das, was möglich ist, indem Du umfassender über dein Netzwerk, deine Rolle darin und was ihr gemeinsam erreichen könnt, nachdenkst.

 

Woche 12: Reflektiere und feiere

Diese letzte Woche markiert das Ende eines Prozesses und kann gleichzeitig ein Anfang sein. Denk darüber nach, was sich für dich verändert hat und was kommen könnte. Du machst noch einige Beiträge, darunter auch mehrere für dich selbst. Wenn möglich, haltet das letzte Treffen bei einem gemeinsamen Mittagessen oder Abendessen ab – oder findet einen anderen kreativen Weg, um eine feierliche Umgebung zu schaffen.

 

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