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User Story Mapping Game

Was ist User Story Mapping oder Welche Aktivitäten muss ein Nutzer durchführen, um sein Ziel zu erreichen?

User Story Mapping ist eine Technik, mit der dem Backlog eine zweite Dimension mit Fokus auf User Experience hinzugefügt werden kann. Diese  Art der Visualisierung ermöglicht eine bessere Darstellung von der Gesamtheit der Anforderung als ein bestehendes Backlog.

 

Jeff Patton, der Autor des Buches User Story Mapping verdeutlicht dies sehr gut: „A prioritised user story backlog helps to understand what to do next, but is a difficult tool for understanding what your whole system is intended to do. A user story map arranges user stories into a useful model to help understand the functionality of the system, identify holes and omissions in your backlog, and effectively plan holistic releases that deliver value to users and business with each release.

 

User Story Mapping startet mit User Task (Aufgaben aus Benutzersicht, die zu erledigen sind). Diese User Tasks werden nacheinander horizontal angeordnet, so dass eine sinnvolle Geschichte (Story) entsteht. Anschließend werden zusammenhängende User Task durch Aktivitäten (Activities) gruppiert. Unterhalb der User Tasks werden in Form von Sub-Task Details hinzugefügt. Über die Sub-Tasks können auch Varianten der Ausführung von User Tasks abgebildet werden. Dadurch entsteht ein sehr gutes Big Picture, das als Basis für die Release Planung herangezogen werden kann.

User Story Mapping Game

Anhand eines alltäglichen Beispiels (vorgeschlagen von Barry Overeem) wird in dem Spiel in weniger als 30 Minuten ein Product Backlog erstellt, visualisiert und priorisiert. Durch diese Übung wird für einen Product Owner ersichtlich wie schnell eine Story Map erstellen werden und welche Aussagekraft hinter diesem Bild für die Kommunikation mit dem Stakeholder, aber auch als Grundlage zur Priorisierung stecken kann. 

 

Material

  • Haftnotizen
  • Marker und Stifte
  • Ein langer Tisch pro Team

 

Ablauf

Vorbereitung

  1. Jedes Team steht vor einem langen Tisch und hat ausreichend Haftnotizen und Stifte zur Verfügung.
  2. Jedes Team erhält dieselbe Anweisung:

    Stell dir vor, der Wecker klingelt um 8:00 Uhr morgens. In 30 Minuten musst du aufbrechen, um zur Arbeit zu gehen. Schreibe in der Gruppe so viele verschiedene Aufgaben auf (mindestens 30), welche  ihr hierfür tun müsst. 

    Beispiele sind:

    • Wecker ausschalten
    • Aufstehen
    • Dusche einschalten

Runde 1 (15 min):

  1. Sammelt dabei alle möglichen Aufgaben. Schreibe jede Aufgabe auf eine Haftnotiz Zettel und legt diesen anschließend nach Zeit sortiert horizontal auf den Tisch. Links startet es mit den Aufgaben, die mit dem Aufstehen zusammenhängen und endet rechts mit dem Verlassen des Hauses.
  2. Als nächstes identifiziere im Team die Aufgaben, die zu Thema gruppiert werden können. Notiere den Name der Gruppe auf einer andersfarbigen Haftnotiz Zettel und setzte dies über die jeweilige Gruppe als erste Ebene (mit viel Abstand).

Runde 2 (5 min):

  • Wählt nun alle Aufgaben aus, die ihr tun würdet, wenn ihr nur 15 Minuten Zeit hättet. Platziere die noch relevanten Aufgaben eine Ebene höher.

 

Runde 3 (5 min):

  • Wählt nun alle Aufgaben aus, die ihr tun würdet, wenn ihr nur 10 Minuten Zeit hättet. Platziere die noch relevanten Aufgaben eine Ebene über die vorherige Ebene.

 

Runde 4 (5 min):

  • Wählt nun alle Aufgaben aus, die in ihr tun würdet, wenn ihr nur noch 5 Minuten Zeit hättet. Platziere die noch relevanten Aufgaben eine Ebene höher als nun oberste Ebene

 

Ergebnis

Das Ergebnis sind vier horizontale Reihen mit Aufgaben. Grundsätzlich wurden vier verschiedene Releases erstellt, wobei sich das Produkt in der obersten Reihe mit dem absolut minimal realisierbaren Produkt darstellt.

 

Erkenntnisse 

  • Durch die Visualisierung aller Aufgaben auf Haftnotizen wird eine transparente Übersicht über alle verschiedenen Aufgaben eines Benutzers gemeinsam erstellt. 
  • Prioritäten können im Team diskutiert werden. Insbesondere wenn der zeitliche Aspekt hinzukommt, entsteht eine Diskussion über Inhalte, Prioritäten und schlussendlich eine Zuordnung zum Release.

 

 

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