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Mit welcher Brille sehe ich meine Welt?


VAKOG-Repräsentationssystem

"Jeder sieht die Welt durch die Brille, die zu seinen Augen passt"


Durch die fünf Sinnesorgane (Augen, Ohren, Mund, Nase und Haut) erleben wir unsere Welt. In NLP Umfeld wird diese Sinne als Repräsentationssystem betrachtet:

 

  • V isuell (Augen)
  • A uditiv (Ohren)
  • K inästhatisch (Haut -> Berühren/Fühlen)
  • O lfaktorisch (Geruch)
  • G ustatorisch (Geschmack)

 

Jeder Mensch verwendet das Repräsentationssystem mit unterschiedlichen Schwerpunkt. Beispielsweise sind einige Menschen sehr stark visuell geprägt und nutzen weniger Informationen aus den anderen Sinneskanälen. So kann es schnell zu Missverständnissen kommen, wenn zwei Menschen mit unterschiedlich dominanten Repräsentationssystemen aufeinander treffen.

 

Insbesondere für die Mitarbeiterführung ist es hilfreich zu wissen, wie Informationen aufgenommen werden können und wie man mit Schlüsselwörter ein guter Rapport aufbauen kann.

 

Überblick der drei VAK Typen

Das dominate Repräsentationssystem kann durch vorherrschenden Signalwörter oder körperlichen Hinweisen wie beispielsweise Sprechgeschwindigkeit oder Atmung erkennen.

  Visueller Typ Auditiver Typ Kinästhetischer Typ
Merkmale des Typs

denkt viel in Bildern,

äußere Attraktivität wichtig,

nimmt seine Umgebung primär visuell wahr

denkt viel in Worten, liest gerne

kann gut zuhören, achtet auf Betonung,

reagiert sensibel auf Geräusche

lebt vor allem in seinen Gefühlen

intensive Körpersprache

herzliche Umarmung, fester Händedruck,

will anpacken und etwas tun

Augenbewegung

hoch & links bzw. hoch und rechts

geradeaus mit glasigem Blick

runter & links

gerade links bzw. rechts

runter & rechts
Kopfbewegung / Position nach oben gerade, nach links gekippt, gedreht mit einem Ohr zum Sprecher nach unten, nach rechts gekippt
Muskelspannung / Körperhaltung

angespannt , hohe Schulter

aufrechte/gerade Körperhaltung,

rhythmisch, gleichmäßige Bewegung

S-förmige Körperhaltung

entspannt, abrupte Bewegungen

Kopf und Schulter nach vorne, hängend

Hautfarbe

blass

gleichmäßig viel Farbe
Gestik

Gestik vorwiegend oberhalb Brusthöhe, häufiges Berühren der Augen

Berühren oder Deuten der Ohren. Berührung von Mund oder Unterkiefer. Mit dem Zeigefinger die Aufmerksamkeit des Gesprächspartners lenken Berührung des Bauches und der Brust. Gesten unterhalb des Halses
Mimik Blinzeln mit den Augen Gerunzelte Augenbrauen Halb geschlossene oder nach unten blickende Augen. Die Mimik ist wie "ein offenes Buch" und spiegelt die Stimmung der Person. Lässt sich von der Mimik anderer leicht emotional beeinflussen.
Atmung hoch in die Brust, flach & schnell gleichmäßige Zwerchfellatmung (im unteren Bereich des Brustkorbs) tief in den Bauch
Stimmlage / Tonalität schnell & rhythmisch, hoch & nasal

gleichmäßig, ruhig & langsam, melodisch mit viel Atem, längere Pausen

Kann aber auch ein Wechsel von Stimmlage und Sprechtempo vorhanden sein. nutzt die Stimme als Stilmittel.

langsam und mit tiefer Stimme
 Schreiben

Schöne Schrift ist wichtig und wird leicht gelernt

Rechtschreibung fällt leicht, da er die Worte vor sich sieht.

Kann weniger gut schreiben als sprechen und spricht oft beim schreiben. Buchstabiert phonetisch und ist dadurch unsicher bei der Rechtschreibung  Breite, oft verkrampfte Handschrift. Überträgt Buchstaben in Körperbewegungen und überprüft diese mit seinem Gefühl.
Lesen

Liest gut und mit hoher Geschwindigkeit, da er die Worte bildlich erfasst.

Liest lieber selbst als zu zuhören.

Ist leicht verwirrt bei zuvor noch nicht gesehenen Wörtern.

Liest eher langsam, da er innerlich mitspricht und evtl. die Lippen dabei bewegt. Liest gerne vor und hört gern zu. Unbekannte Wörter bewältigt er leicht. Zeigt beim Lesen auf den Text bzw. begleitet das Gelesene mit Körperbewegungen. Bevorzugt Bücher mit viel Handlung.
Lernen

Braucht ein Überblick, ein Ziel und eine bildhafte Vorstellung der Details. Erinnert bildhaft, kann sich daher mündliche Anweisung schlecht merken. Ist vorsichtig bevor alles klar ist.

Lernt durch Zuhören und merkt sich Dinge schrittweise in ihrerer Reihenfolge. Erinnert sich gut an gesprochenes. Probert Alternativen zuerst verbal (im inneren oder äußeren Dialog). Lernt durch Tun und Ausprobieren. Geht und schaut herum beim Auswendiglernen. Erinnert sich gut an Gesamteindrücke.
Sonstiges Verhalten Lebendige bildhafte Phantasie. Achtet aufs Äußere (gepflegt, ordentlich). Durch Lärm kaum abzulenken. Kann gut langfristig planen. Eher ruhig und besonnen. In Unterhaltungen sehr aufmerksam. Der gesprächigste der drei Typen. Er liebt Diskussionen, neigt zu Gedankensprüngen und weitschweifigen Erklärungen. Er liebt Musik, spricht mit sich selbst. Durch Geräusche leicht ablenkbar. Hört Töne und (innere) Stimmen. Sucht Nähe und berührt andere gern. Bewegt sich viel und reagiert stark körperlich. Reagiert auf spürbare Belohnungen. Ist sehr intuitiv, agiert Ideen aus, bzgl. Details eher schwach

Die Macht der Sprache

Insbesondere im Alltag ist es hilfreich anhand der Sprache zu erkennen, mit welchen Typ man gerade kommuniziert und kann dementsprechend die eigene Sprache anpassen.

  • Ein visueller Typ  versteht dich besser, wenn du in möglichst bunten und lebendigen Bildern zu ihm sprichst.
  • Auditive Typen hören gerne klingende Begriffe.
  • Menschen, die stark im Gefühl leben, brauchen Gewissheit darüber, ob sich alles Gesagte auch passend anfühlt.

In der nachfolgende Tabelle sind exemplarische  Worte, die auch in der Sprache für diese Sinneskanäle oft benutzt werden.


Zusammenfassung

Der visuelle Typ

Der visuelle Typ nimmt seine Umgebung primär visuell wahr. Er denkt sehr viel in Bildern, die er mit rasender Geschwindigkeit in seinem Kopf abrufen kann. Da er Sprache vor allen dazu verwendet, seine inneren Bilder zu beschreiben, spricht er auch häufig sehr schnell. Seine Atmung ist eher falsch und schnell und seine Augen wandern oft nach rechts oder links, wer dort fortwährend seine inneren Bilder betrachtet. Seine Schulter- und Bauchmuskel sind meistens angespannt. Äußere Attraktivität ist für ihn bei der Partnerwahl besonders wichtig. Er legt Wert auf ein schickes Auto und achtet genau besonders auf die Auswahl der Farben für seine Kleidung. Leicht verschafft er sich einen guten Überblick und erkennt kleinste Details recht schnell. Er beobachtet Körpersprache und Mimik sehr genau und misst dem Blickkontakt eine große Bedeutung bei.

Der auditive Typ

Der auditive Typ kann gut zuhören - seinen Gesprächspartnern und seinen eigenen inneren Stimmen. Er spricht oft zu sich selbst und ist sensibel für alle Geräusche und Stimmen. Seine Atmung ist weder besonders flach noch besonders tief. Seine Augen richtet er geradeaus nach vorne. Er spricht ruhig und langsam, während er gleichzeitig auf Wortwahl und Satzbau achtet. Wenn er nachdenkt, dann richtet er seine Aufmerksamkeit nach innen und nimmt sich Zeit, denn er denkt nicht in Bildern, sondern in Worten oder Sätzen. Der auditive Typ ist ein recht anspruchsvoller Gesprächspartner mit einem enormen Wortschatz. Brillante Formulierungen machen ihm ebenso Freude wie lange Fachgespräche über politische oder philosophische Themen. Gesichter kann er sich nur schlecht merken, dafür aber Zahlen, Daten und Fakten in ganz ausgezeichneter Weise. Während eines Gesprächs kann es passieren, dass der auditive Type lange Zeit keinen Blickkontakt aufnimmt, was besonders visuellen Typen häufig sehr verärgert, weil sie es als unhöflich empfinden. Auditive Menschen lesen sehr gerne und weisen im Gespräch gerne darauf hin, dass "das Gleiche" und das selbe" voneinander unterschieden werden muss. Ein auditiver Typ achtet auch sehr genau darauf, mit welcher Betonung etwas gesagt wird.

Der kinästhetische Typ

Der kinästhetische Typ lebt vor allem in seinen Gefühlen. Daher atmet er tief im Bauch und seine Augen sind häufig nach unten gerichtet. Er spricht langsam und mit tiefer Stimme. Insgesamt scheint er eher passiv zu sein, da seine Gefühle ihm weniger spontane Reaktionen erlauben. Seine Muskeln sind entspannt. Bei einem Treffen wird Dich der kinästhetische Typ nicht mit einem freundlichen Blick oder ein paar warmen Worten begrüßen, sondern wahrscheinlich mit einer herzlichen Umarmung oder einem kräftigen Händedruck. Er achtet sehr auf Bewegung und innere Gefühle. Wenn er sich an etwas erinnern möchte, dann sucht er den Zugang zu dieser Erfahrung durch das Gefühl, das er in der Situation empfunden hat. Er treibt in der Regel viel Sport. Dabei will er nicht über etwas reden oder bei etwas zusehen, sondern er will anpacken und etwas tun. Er ist neugierig darauf, wie sich etwas anfühlt, was dazu führt, dass ein Produkt, das er kaufen will, erst einmal gründlich gefühlt bzw. anprobiert wird, ehe er eine Entscheidung trifft. Der kinästhische Typ ist in der Schule eindeutig benachteiligt, denn dort werden Informationen meistens über Geschriebenes oder über die Stimme des Lehrers vermittelt. Der kinästhetische Lerner bevorzugt jedoch "Learning by doing". Im Tanz- oder Surfunterricht hat er deshalb deutlich Vorteile. Im Gespräch mit anderen verwendet er eine sehr intensive Körpersprache, wobei er häufig den ganzen Körper einsetzt.

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