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Was Reflexion mit Management 3.0 zu tun hat

Management Stile im Überblick

 

Im Sinne von "working out loud" möchte ich meine Hausaufgaben im Rahmen eines Management 3.0 Kurses mit euch teilen.

 

Management 3.0 ist kein weiteres Framework, sondern eine Denkweise, die mit einer sich ständig ändernden Sammlung von Spielen, Tools und Methoden kombiniert wird, um jedem Mitarbeiter bei der Verwaltung des Unternehmens zu helfen. Es ist eine Sichtweise auf Arbeitssysteme.

 

 

 

Meine Aufgabe ist es nun verschiedene Situationen aus der Vergangenheit mit Fokus auf den Management Stil wie im Bild beschrieben zu beurteilen, ob das das Vorgehen hilfreich war und wie es verbessert werden kann. 

 

Ich bin schon sehr gespannt auf dieses Experiment und eine schöne Einladung zur Reflexion. Zusätzlich werde ich aber auch noch das Graves-Value System hinzufügen, da dies einen zusätzlichen Betrachtungsweise auf ein Unternehmen und den Führungsstil gibt. So entsteht für mich ein komplettes Bild.

Graves-Value System

Das Graves-Value-System ist ein Modell zur Beschreibung der Entwicklungen von Wertesystemen bei Personen, Gruppen und Organisationen. Es gibt Aufschluss über die Denk- und Handlungsweisen bzw. Werte der Menschen und die dahinterstehenden Systeme. 

 

Dabei gibt es keine guten oder schlechte Entwicklungsstufen (Reifegrade) eines sozialen Systems. Die Qualität einer Entwicklungsstufe hängt immer davon ab, wie gut sich das Unternehmen oder der Mensch seiner Umgebung angepasst hat. Es gibt daher nur eher ein passend und unpassend. Jede Ebene entsteht aus den vorausgehenden Ebenen und als Reaktion auf Veränderung in der Umwelt.

 

Um einen Anhaltspunkt zu bekommen, auf welcher Entwicklungsstufe ein Unternehmen steht, können folgende grundsätzliche Fragen gestellt werden:

  • Welche geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze gibt es?
  • Wie wird entschieden, und wer entscheidet was?
  • Wie gehen die Mitarbeiter mit Verantwortung um?
  • Wie gehen die Mitarbeiter miteinander um?
  • Mit welchem Führungsstil fühlen sich die Mitarbeiter wohl?

Reflexion der Management Stile

Management 1.0

Bei dieser Art des Management wird davon ausgegangen, dass die Organisation aus Teilen besteht und dass für die Verbesserung des Ganzen diese Teile überwacht, repariert und ersetzt werden müssen. Management 1.0 geht davon aus, dass die Gemeinschaft der Mitarbeiter mit Wettbewerb und Politik besser bedient wird als mit Zusammenarbeit und einem gemeinsamen Zweck.

Die Bewertung der Mitarbeiter erfolgt beispielsweise anhand von Messungen der individuellen Leistungen und geben den "besten Leistungsträgern" der Organisation mehr Arbeit.

 

Diesen Stil habe ich in meiner Vergangenheit in zwei mittelständischen Unternehmen vorgefunden. Im Graves-Value-System würde ich sie in blau bzw. Tendenz zu Orange einordnen. Ein typisches Instrument war das jährliche  stattfindende Mitarbeitergespräch, bei dem immer ein Fragebogen im Vordergrund stand. Einmal hatte ich dabei einen Vorgesetzten, der im Graves-Value-System die Farbe rot hatte und daher selten für seine Mitarbeiter eintritt. Ich hatte eine nicht nachvollziehbare und widersprüchliche schlechte Bewertung im Fragebogen erhalten. Als ich ihn darauf offen angesprochen hatte, gab er zu das er von der Personalabteilung angeleitet wurde eine schlechte Bewertung abzugeben. 

  • Bewertung: Da in diesem Umfeld die Bewertung ausschlaggebend für eine Gehaltserhöhung ist, war das Vorgehen keinesfalls hilfreich und auch auf der persönlichen Ebene sehr verletzend. 
  • Verbesserung: Der Vorgesetzte hätte vor der Personalabteilung klar stellen sollen, dass dieses Vorgehen nicht akzeptabel ist. Eine Bewertung sollte auch nicht nur die Perspektive des Vorgesetzten beinhalten. Generell sollte Feedback, sowohl positiv auch negativ, jederzeit möglich sein.
  • Angewendete Prinzipien: keine

 

Management 2.0

In einer Management 2.0 Organisationen erkennt jeder, dass „Menschen das wertvollste Kapital sind“ und dass Manager zu „Servant Leader“ werden müssen, während sie die Organisation von „gut zu großartig“ steuern. Allerdings halten sie dabei an der Hierarchie fest. 

 

In einem Kleinunternehmen habe ich Anteile von diesem Management Stil wahrgenommen. Im Graves-Value System war das Unternehmen bereits tief Orange. Die Mitglieder vom Team waren hingegen bereits grün oder gelb. Die Zusammenarbeit im Team war gut und jeder übernahm gerne die Verantwortung und bei Bedarf die Rolle des Servant Leader, um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Durch die agile Vorgehensweise in Form von Scrum wurde allerdings immer wieder die selben Probleme offensichtlich, das Team kam an seine Grenze. Hier wurde schlussendlich mit Hierarchie argumentiert und das Team zog jedes Mal den Kürzeren, sobald es nicht der Meinung des Chefs entsprach oder er immer wieder nur eine Verbesserung in der weiten Zukunft in Aussicht stellte. Sein Wort hatte keinen Wert und das generelle Vertrauen wurde immer mehr in Frage gestellt.

  • Bewertung: Von der Motivation her wollte der Chef eine agile Organisation, war aber nicht bereit seine alten Pfade zu verlassen. Durch sein sehr rotem Verhalten hatte er es geschafft dem gesamten Team die Motivation zu nehmen. 
  • Verbesserung: Dem Team hätte mehr Freiraum zum Experimentieren sowie Mittel zur Gestaltung des Umfeldes gut getan. Zusammenarbeit auf Augenhöhe und Zulassen von anderen (Experten-) Meinungen unabhängig der Hierarchie wäre der nächste sinnvolle Schritt gewesen. 
  • Angewendete Prinzipien: Zusammenarbeit im Team wurde gefördert

 

Management 3.0

In Management 3.0 Organisationen werden diese endlich als komplexe soziale Systeme verstanden und Hierarchie Strukturen durch Netzwerke ersetzt. Management ist hier nicht zentralisiert, sondern sinnvoll über die ganze Organisation und alle Ebenen verteilt. Jeder trägt somit eine Teilverantwortung und nur wenige sind für alles verantwortlich.

 

Wer arbeitet in so ein Unternehmen? Lebt es alle Management 3.0 Prinzipien?

Im Graves Value System würde ich die Unternehmen mit Gelb und Türkis einordnen.

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