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Mehr grüne Einstellung braucht die Welt #graves-value-system #unpolitisch


Ich habe vergangenes Wochenende in meinem NLP-Seminar das Graves-Value-System (Spiral Dynamics ist die Weiterentwicklung) kennen und lieben gelernt. Es ist ein sehr faszinierendes Modell, mit dem man wirklich danach alles bunter sieht. Insbesondere für einen Veränderungsprozess finde ich das Wissen unabdingbar und ich persönlich hätte es jetzt gerne schon Jahre früher gehabt. Derzeit lese ich eine Buch-Empfehlung in diesem Bereich: "Unternehmen verstehen, gestalten, verändern" von Martina Bär-Siebert und kann es auch nur weiterempfehlen, wenn man eine andere Sichtweise auf die Dinge haben will.

Mich persönlich hat es nicht gewundert, dass ich grün bin. Erstaunlich war eher, dass ich mich nicht mehr eindeutig dort befinde, da ich nicht mehr alles toleriere und mich daher bereits im gelben Bereich bewege.  

Nur Bahnhof verstanden? Am besten einfach weiterlesen ... 

Was steckt hinter dem Graves-Value-System (GVS)

Clare Graves, ein amerikanischer Professor für Psychologie ist der Entwickler des Systems. Ursprünglich wollte er nur die Maslow Bedürfnispyramide in den 60er Jahren mit empirischen Studien bestätigen.

Der Bedürfnispyramide nach Maslow basiert auf der Aussage, dass jeder nacheinander und in einer festgelegten Reihenfolge bestimmte Bedürfnisse erst befriedigen muss, um neue Bedürfnisse befriedigen zu können. 

 

Beispiel: Am Anfang muss immer erst die Grundbedürfnisse (Essen, Schlafen, Trinken, mittlerweile vielleicht auch WLAN :) ) befriedigt werden und dann beispielsweise das Sicherheitsbedürfnissen (wie Gesundheit, Arbeit, Wohnung) gestillt werden, um dann die sozialen Bedürfnisse (wie Freundschaft, Liebe, Geborgenheit) befriedigen zu können.

Graves entdeckte nun aber durch seine Nachforschungen, dass es auf den oberen Stufen zu viele Unterschiede gab und somit nicht ohne weiteres bestätigen ließ. Deshalb experimentierte er  weiter und erschuf genau diesen System, dass die steigende Evaluation bei zunehmender Komplexität des Umfeldes mit betrachtet.

 

Wertesystem Übersicht

Es ist somit ein psychologisches Modell über die (Weiter-)Entwicklung von verschiedenen aufeinander aufbauenden Wertesystemen Ebenen, die alle gleichwertig sind. Es existieren mittlerweile 9 Ebenen und es wird immer noch weiterentwickelt (siehe Spiral Dynamics).

 

Jede Wertsystem-Ebene entwickelt sich aus dem gegenseitigen Zusammenwirken von bestimmten (Lebens-)umständen und Problemen sowie der dazugehörigen Lösungsstrategie bzw. Reaktionen.

Mit den Veränderungen von Lösungsstrategien können andere Anforderungen bewältigt werden und umgekehrt, neue Anforderungen erfordern neue Lösungsstrategien.

 

Am Anfang jedes Lebens startet der Mensch bei Ebene 1 (beige - Überleben) und entwickelt sich langsam durch die verschiedenen Sichten von Ebene 2 (Purpur - Magie) als Kleinkind zu Ebene 3 (rot - Macht) in der Pubertät. Nach 20 Jahren hat sich der Mensch auf Ebene 4 (blau - Hierarchie & Regel) und nach erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben auf die Ebene 5 (orange - Leistung) entwickelt. Je nach Schwerpunkt des Denkens kann sich der Mensch jetzt auch zu Ebene 6 (grün - Miteinander) bis hin zu Ebene 7 (gelb - Systemisch) entwickeln. Auf den nachfolgenden Ebenen befinden sich derzeit noch wenige Leute und sind schwer zu verstehen, wenn man sich noch auf einer weiter entfernten Ebene befindet. Die Erkenntnisse aus den vorangegangenen Ebenen werden auch immer in die nächsthöhere Ebene integriert. Ein schneller Wechsel in eine höhere Stufe ist schlecht möglich, da es immer auf einer Veränderung basiert, beispielsweise durch Änderung der Lebensumstände oder Verbesserung der Fähigkeiten mit direktem Einfluss auf das Verhalten. Bei den Ebenen ist auch immer ein ständiger Wechsel zwischen ICH und WIR, so dass auch wieder ein Rücksprung zu einer unteren Ebene abhängig von den vorhandenen Lebensumstände vorhanden sein kann.

Download
Sprial Dynamics
Eine sehr gute Erklärung mit anschaulichen Beispielen von Rolf Lutterbeck ist in diesem PDF zu finden.
sd07.pdf
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Was zeichnet nun die grüne Ebene im Business Kontext aus?

Die Erkenntnis, dass eine heterogene Gruppe von Menschen mehr leisten kann als eine homogene, ist als wichtige Errungenschaft von Grün zu nennen. Ebenso wird eine längerfristige Sicht eingenommen: Erfolg wird nicht als etwas Kurzfristiges aus dem operativen Geschäft gesehen, sondern nachhaltiger verfolgt. Grün versteht, wie vorteilhaft es sein kann, wenn alle Mitglieder einer Gruppe unterschiedlicher sind und alle benötigten Qualifikationen, Denkweisen, Haltungen bereitstehen. Arbeitsgruppen und Gremien werden entsprechend dieser Kriterien zusammengestellt. Zueinander komplementäre Fähigkeiten werden gefördert und zielgerichtet genutzt.

 

Bestehende hierarchische Strukturen werden in Grün zugunsten flacher Hierarchien aufgelöst. Zusammenarbeit und Zusammensein sind geprägt durch noch stärkere Flexibilisierung, Wertschätzung für die Arbeit der anderen und ein hohes Maß an Integration. Dadurch können in Grün Matrixorganisationen erfolgreich aufgebaut werden.

Erfolg ist weiterhin ein hoher Wert, hinzu kommen die Werte Toleranz, Gemeinsamkeit, Verantwortung für andere. Zudem hat Grün die Haltung, dass man selbst auch einmal zurückstecken kann, wenn die gesamte Gruppe dann erfolgreicher wird. Dies entspricht dem Verständnis eines echten Teams, das weit mehr ist als die Summe aller seiner Teile. Das starke Konsensbedürfnis kann allerdings Entscheidungen deutlich hemmen und damit Geschwindigkeit aus dem Unternehmen nehmen.

 

Da im Zusammenwirken von unterschiedlichen Menschen am besten Innovation entstehen kann, sind Unternehmen auf der Ebene Grün häufig Innovationsführer oder herausragende Nischenplayer. Auch das ist ein Grund, warum sich Unternehmen in der nächsten Jahren - unter den Bedingungen umkämpfter und stagnierender Märkte - in Richtung Grün verändern sollten. Innerhalb von Unternehmen sind es häufig multifunktionale Teams oder Projektteams, die in Grün zusammenwirken.

 

Quelle:  Unternehmen verstehen, gestalten, verändern" von Martina Bär-Siebert

 

Wer hat's erkannt?

Richtig - Grün ist die Voraussetzung für eine funktionierende Agiltät, da stecken die selben Werte dahinter.

 

Ich habe  mich jetzt intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt und folgende Erkenntnisse für mich persönlich gewonnen:

  • Ich befinde mich schon sehr lange in Grün, greife aber mittlerweile immer häufiger auf mein Wissen über Systemdenken aus meinem Masterstudium zurück sowie die ganzen Inputs aus Vorträgen zu den Zukunftsthemen (gelb). Dies hat auch mein Test bestätigt, dass ich zusätzlich einen hohen gelben Anteil habe.
  • Um ein Team in die nächste Stufe zu führen  zu können, muss der Treiber (Change Agent) sich bereits auf der nächsten Stufe befinden.
  • Es muss sich das gesamte Team auf Grün befinden, damit agiles Arbeiten erfolgreich sein kann.
  • Externe Dienstleister in einem Team haben kein Motivation grün zu sein (das hat sich jetzt schon zum dritten Mal bestätigt) und verhindern die Bildung eines echten Teams gemäß der obigen Definition.
  • Ich habe einen alternativen Weg gefunden eine bessere Verständnis von Agilität zu schaffen.
  • Dieses Wissen wird meine Zukunft wesentlich beeinflussen, ich bin bereits jetzt schon dabei etwas zu ändern.

 

Neugierig geworden? Wenn du wissen willst auf welcher Ebene du dich derzeit befindest kannst du einen Test im Internet durchführen.

 

Beispiel: Graves-Value-Index Fragebogen

 

Ich freue mich auf jede Rückmeldung zu diesem Thema.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Claudia (Samstag, 09 Dezember 2017 18:32)

    http://www.graves-systeme.de/graves-systeme-inhalt.html