Vermeidung von Fake-Agilität: Warum eine professionelle Begleitung bei einer Transformation notwendig ist.

Was haben alle agile Ansätze wie Scrum, Design Thinking, Design Sprint, Lean Startup oder 3 Amigos gemeinsam?

 

 

Hinter all diesen Konzepten steht der tiefergehende Sinn (ausführlich beschrieben im agilen Manifest) von selbstorganisiertem und interdisziplinärem Zusammenarbeiten - ausgerichtet an einem gemeinsamen Ziel durch kontinuierliches Lernen und Kommunikation auf Augenhöhe. Hierfür sind allerdings verschiedene Voraussetzungen notwendig, um ein entsprechendes Umfeld zu schaffen. Gibt es niemanden, der sich damit auskennt und dies auch entsprechend begleitet, befindet man sich schnell in der Welt der sogenannten Fake Agilität.

Was bedeutet Fake Agilität?

Ein anderer Begriff hierfür ist der Cargo-Kult und bezeichnet den Versuch, etwas zu ändern, indem lediglich die äußeren Merkmale angepasst werden. Weitverbreitet ist beispielsweise das Kopieren des Spotify Models. Anstatt also den tiefergehenden Sinn hinter den agilen Ansätzen zu verstehen, wird versucht sie einfach nur nachzuahmen - mit der Annahme dadurch auch genauso erfolgreich zu sein.

 

 

Auf den nordöstlich von Australien gelegenen Südsee-Inseln Melanesiens  flammt immer wieder die Cargo-Kult Bewegung auf. Der Ursprung des Cargo-Kults ist im Zweiten Weltkrieg zu finden.

 

Damals beobachteten die Ureinwohner Melanesiens, dass immer dann amerikanische Flugzeuge Versorgungspakete für die dort stationierten Soldaten mit begehrter Ware in Form von Frachtgut (engl. Cargo) auf ihre Südseeinseln brachten, wenn das Bodenpersonal zuvor Leuchtfeuer entzündet und Handsignale gegeben hatte. Nachdem die Soldaten sich nach Kriegsende zurück gezogen haben, blieb die begehrte Fracht aus. Deshalb kopierten die Einwohner die beobachteten Rituale - doch es landete kein einziges Flugzeug mehr.

 

 

Anstatt an der Haltung zu arbeiten wird nur versucht einer Methode blind zu folgen. Schlussendlich wird durch Fake Agilität keine Wirkung erzielt.

Im Bereich Scrum hat sich zusätzlich der Begriff ScrumBut etabliert. Sobald die Aussage kommt, wir machen Scrum, aber ... - wird nicht das volle Potential ausgeschöpft und führt irgendwann zu Frust. Viele Widerstände in Teams lassen sich mittlerweile auf schlechten Erfahrungen mit Scrum aufgrund zweckentfremdeter Umsetzung zurückführen.

 

Beispiele

Wir machen Scrum, aber wir…

  • verzichten auf den Scrum Master, da das Team zu klein ist oder die Rolle wird abwechselnd im Team ausgeführt.
  • haben zusätzlich ein Teamlead, weil es das Management für das Reporting so will.
  • treffen uns nur alle 2 Tage zum Daily Standup, weil uns täglich zu zeitaufwändig ist.
  • verlängern die Sprints, bis wir das Ziel erreichen oder schieben ein und die selbe Aufgabe immer wieder in den neuen Sprint.
  • kommen ohne die Retrospektiven aus, da es Zeitverschwendung ist.
  • können die Funktionalität nicht in einem Monat ausliefern, deswegen haben wir 6-Wochen Sprints.
  • bekommen regelmäßig dringendere Aufgaben vom Management, so dass wir die Aufgaben vom Sprint nicht schaffen.

 

 

Wie kann es also vermieden werden?

  • Starte die Transformation mit der Analyse deines Umfeldes. Überprüfe welche Vorgehensweise sinnvoll ist.

  • Es ist wichtig, zuerst eine entsprechende Haltung zu leben und sich dann erst um die Methoden zu kümmern.

  • Deshalb ist es auch notwendig, im Vorfeld sich Gedanken zu machen, welche Änderung die Transformation bezweckt und welche Auswirkung bzw. Ziele diese hat. Eine kontinuierliche Einbeziehung der Beteiligten und Reflexion der Vorgehensweise ist hier unerlässlich.

  • Dieser Weg sollte professionell von Experten wie beispielsweise einem erfahreben Agile Coach begleitet werden.

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