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Konzentriert arbeiten - aber wie?

Ein typischer Tag im Büro sieht bei vielen wie folgt aus:

 

Wenn du nicht gerade in einem Meeting sitzt, klingelt entweder dein Telefon oder ein Arbeitskollege steht in der Tür, um unbedingt etwas schnell klären zu können. Zusätzlich poppt ständig eine Meldung über einen neue E-Mail oder sonstige Nachrichten aus den Plattformen des Unternehmens auf. Für einen gemütlichen Kaffee bleibt selten Zeit übrig. Durch die ganzen Unterbrechungen wird es zeitweise für dich schwierig dein geplantes Arbeitspensum zu schaffen.

 

Hinzu kommt, dass immer noch davon ausgegangen wird, das Multitasking oder gar ständiger Wechsel zwischen verschiedenen Aufgaben eine gute Idee ist. Jedoch ist unser Gehirn nicht auf Multitasking ausgelegt. Daher ist es nicht möglich zwei Arbeiten (die eine hohe Konzentration erfordern) gleichzeitig durchzuführen, geschweige den eine hohe Ergebnisqualität zu erwarten. Es stellt sich im schlechtesten Fall auch eher das Gefühl ein, den ganzen Tag gar nichts geleistet zu haben. 

 

Deep Work - Konzentriert Arbeiten

Der Autor Cal Newport definiert in seinem Buch Konzentriert Arbeit - Regeln für eine Welt voller Ablenkung den Begriff Deep Work als den Zustand völlig konzentrierter und fokussierter Arbeit und als Gegensatz die Shallow Work. In dem Buch beschreibt er wie man sich systematisch drauf trainieren kann fokussiert zu arbeiten.

 

Der Inhalt von diesem Buch ist nachfolgend der Schwerpunkt von diesem Blogartikel.

In der heutigen Zeit wird diese Arbeitsweise immer wichtiger, daher benennt er die folgende Kernfähigkeiten als notwendig für Zukunft

  1. Fähigkeit, rasch schwierige Herausforderungen zu bewältigen
  2. Fähigkeiten, Leistungen auf hohem Niveau zu erbringen, sowohl in Hinsicht auf die Qualität als auch Geschwindigkeit.

 

 

 

Eigenschaften

 

Deep Work

Konzentriertes, tiefgängiges Arbeiten

 

Shallow Work

Oberflächige, aber teilweise notwendige Arbeit

 


Definition nach Cal Newport

"Berufliche Aktivitäten, die in einem Zustand ablenkungsfreier Konzentration ausgeübt werden und Ihre geistigen Kapazitäten an Ihre Grenzen bringen. Diese Leistung schafft neuen Wert, verbessert Ihre Fähigkeiten und ist schwer zu kopieren."

 

"Kognitiv anspruchslose, logistikorienterte Aufgaben, die häufig unter Ablenkung durchgeführt werden. Diese Tätigkeiten schaffen tendenziell nicht viel neuen Wert und sind leicht zu kopieren

 

 


Beschreibung

Deep Work ist die Art, in den man wirklich tief eintauchen muss, um die Arbeit zu einem Punkt zu bringen, an dem man damit zufrieden ist. Es braucht Zeit, Gedanken, Inspiration, Motivation und Leidenschaft. In seltenen Fällen kann dies auf einen genialen Ausbruch in kurzer Zeit zurückzuführen sein. In den meisten Fällen muss man unter den richtigen Bedingungen genügend Zeit für diese Arbeit aufwenden.

Shallow work hingegen ist die Art, bei nur zu erledigen ist. Es handelt sich im Allgemeinen eher um  eintönige und stupide Arbeiten.

 

Es kann lange dauern, aber in der Regel dauert es nur kurz. 

Diese Arbeit sollte somit nicht unseren Arbeitsalltag beherrschen. Diese Arbeit ist trotzdem notwendig, nicht nur, weil sie gemacht werden muss, sondern die langweiligeren und routinierteren Aufgaben, sind diejenigen, die uns in unserem Leben nach Kreativität und Leidenschaft sehnen lassen.


 

Beispiele

  • Gestalten Sie den Workflow einer Applikation mit dem Team
  • Kapitel für Kapitel einen Roman schreiben
  • Illustrieren oder Malen für ein Kunstwerk oder ein Grafikdesign
  • Beantworten von E-Mails
  • Mit Leuten sich treffen, um Dinge in einem Projekt voranzutreiben
  • Alltägliche, hirntote Besorgungen und Aufgaben wie das Formatieren und
  • Versenden von Dokumenten

Regeln

 

  • Regel #1: Arbeite konzentriert

Finde deine Philosophe / Strategie, um es durch Rituale zu einer Routine werden zu lassen

  • Regel #2: Heiße Langweile willkommen

Mache keine Pause von der Ablenkung, sondern Pause von der Konzentration. Sei einfach auch mal faul. Belohne dich auch mal am Ende einer Phase und plane Erholungsphasen ein, um die Konzentrationsfähigkeit aufrecht zu erhalten.

  • Regel #3: Verlasse die digitalen sozialen Medien

Anwendung des Pareto-Prinzip auf die Internetgewohnheiten. Lasse dich nicht durch sinnlose Gewohnheiten ablenken

  • Regel #4: Lege seichte Tümpel trocken

- Plane jede Minute deines Tages

- Messe die Tiefe jeder deiner Tätigkeiten

- Arbeite nicht mehr nach 17:30 Uhr

- Sei schwer erreichbar

 

PRinzipien: Rituale Schaffen

In der ersten Regel wird gefordert sich eine Strategie zu suchen. Hierzu hat Newport mehrere Ansätze untersucht und festgestellt, dass nicht jede Strategie für jeden geeignet ist und mit hoher Wahrscheinlichkeit es auch eine Kombination sinnvoll ist oder die situationsabhängig angewendet werden.

 

Finde das für dich passende Prinzip oder kombiniere sie untereinander. So wirst du dauerhaft die Fähigkeit entwickeln, konzentriert lernen und arbeiten zu können.

  • #1: Mönchtum Prinzip

(Temporärer) Verzicht auf Störfaktoren (wie Social Media, Mails)

Ziel ist es, oberflächige Arbeit komplett zu eliminieren. Dies ist nicht immer machbar.

  • #2: Bi-modal Prinzip

Deep Work Phasen im Kalender blocken (bei einem Tag starten bis hin zu mehreren Wochen), um die Pflichttermine herum. Die Blöcke werden mit der Zeit zu Pflichtterminen, den die oberste Regel ist "Von mir selber gemachte Termine werden nicht abgesagt.

Ziel ist es, möglichst große Blöcke für Deep Work Arbeit zu schaffen

  • #3: Rhythmus Prinzip

Deep Work zur Gewohnheit machen, indem jeder freier Termin als Deep Work Zeit genutzt wird und die Kette niemals unterbrochen wird. Hier macht die Summe die Wirkung.

Ziel ist es, regelmäßige Termine (mind. 21 Tage) ohne Unterbrechung wahrzunehmen

  • #4: Journalismus Prinzip

Was willst du alles bis zu einer simulierten Deadline geschafft haben?

Ziel ist es, durch den künstlich aufgebauten Druck die Mini-Ziele zu erreichen

 

Übertragung in den Arbeitsalltag

Es gibt keine Vorgehensweise, die als Blaupause für jeden anwendbar sein wird. Die nachfolgende Beschreibung soll daher wirklich nur als ein Beispiel gedacht sein. Bist du beispielsweise ein Morgenmensch wirst du nicht wie der Nachtmensch erst am Abend am Produktivsten.

 

Wenn man ein Morgen-Mensch ist könnte man beispielsweise die erste Stunde damit zu verbringen, eine Problem zu lösen, dass momentan die größte Herausforderung darstellt. Die nächsten drei Stunden des Tages kann die oberflächige Arbeit organisieren werden:  Besprechungen, Telefonate, der internen und externen Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kollegen und der Fertigstellung eines Berichtes. Diese oberflächigen Aufgaben sollten generell in Gruppen zusammengefasst und mit Hilfe einer einfachen Checkliste (zur  Freisetzung von Dopamin) nacheinander schnell abgearbeitet werden.

 

Nach der Mittagspause hat man die nächsten Stunden für die echte Arbeit. Mache regelmäßig eine Verschnaufpause, blockiere aber alle Ablenkungen (Mail, Handy, Soziale Netzwerke, Roter Status an der Türe). Am Ende kannst du stolz auf das Erfolgserlebnis sein.

 

Wenig bis gar keine Unterbrechungen zu haben, ist der Schlüssel, um echte Deep Work zu leisten. Wenn du von jemanden geführt wirst, der das Konzept noch nicht kennt, dann weihe ihn ein. Tiefe Arbeit erfordert Zeit: Tagtraum, Nachdenken, Surfen, absichtlich das Problem verlassen, nur um mit einem neuen Paar Augen, Skizze, Prototyp zurückzukehren, bereits schon eine Arbeitsweise der neuen Arbeitswelt.  Kommt man gar nicht weiter, könnte nun auch das richtige Maß an der oberflächigen Arbeit hier auch weiterhelfen, denn sie kann am besten den Sinn und Zweck geben, um die tiefe Arbeit voranzutreiben.

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