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Einstieg in die Bullet Journal Methode

Habt ihr schon mal etwas von Scribbles that matters oder Leuchtturm 1917 gehört? Noch Nicht? Dann ist diese kreative Art sein Kopf frei zu bekommen noch kein Bestandteil in eurem Leben. Bullet Journal, kurz BuJo, ist schon länger ein Trend. Auf Facebook, Instagram und Pintrest gibt es mittlerweile zahlreiche wundervoll gestaltete Bullet Journals Seiten zu bewundern, es sind teilweise richtige schöne Kunstwerke dabei. Im Internet wird von den stolzen Besitzern häufig durch ein sogenannte Flip Through das ganze Jahr oder der jeweilige Monat präsentiert. Ein Beispiel ist >> hier << zu finden.

 

Die Bullet Journal Methode  von Ryder Carroll

Verstehe deine Vergangenheit, ordne deine Gegenwart, gestalte deine Zukunft

 

Da ich ein To-Do-Listen Junkie bin (Ich liebe das Gefühl etwas erfolgreich abzuhaken) und mir meine Zettelwirtschaft (Ich werde quasi handlungsunfähig, wenn mir zu viel im Kopf rumschwirrt) mit der Zeit zu unübersichtlich wurde, habe ich bereits letztes Jahr versucht ebenfalls diese Art von Kalender zu pflegen. Dadurch habe ich ebenfalls eine ansehnliche Menge an besonderen Stiften, Washi Tapes, Schablonen und Stempel in meinem Besitz. Es macht wirklich Spaß in dieser Art seine Kreativität auszuleben, allerdings nur wenn dafür auch genug Zeit zur Verfügung steht. Deshalb hat mich es irgendwann schon richtig frustriert, dass ich nicht solche Kunstwerke hatte.

 

Aber dieses Jahr änderte sich dann plötzlich alles für mich:  Der Erfinder der Bullet Journal Methode hat ein Buch mit dem Titel Bullet Journal Methode - Verstehe deine Vergangenheit, ordne deine Gegenwart, gestalte deine Zukunft herausgebracht, indem er sehr anschaulich aufzeigt was das eigentliche Ziel ist und wie das mit sehr einfachen Schritten erreicht werden kann. Die ursprüngliche Idee hinter einem Bullet Journal ist die strukturierte individualisierte Verwendung von To-Do-Listen. Anstatt alle Aufgaben lose auf Blättern und unabhängig vom Terminkalender zu sammeln, werden die Informationen in Form eines Buches zusammengebracht. Dadurch kann man immer den Überblick über anstehende Aufgaben und Termine behalten. Bullet steht dabei für einen Punkt, mit dem eine einfache Aufgabe aufgelistet wird. Diese kann abgehakt, gestrichen oder verschoben werden.

 

Für die Umsetzung ist wirklich nur ein Notizbuch, ein Lieblingsstift und ein Lineal notwendig - und natürlich alles was momentan in dem eigenen Kopf oder verteilt auf verschiedenen Zettel oder anderen Systeme rumschwirrt. Mit Hilfe von Rapid Logging steht eine effiziente Art der Strukturierung der Gedanken in Form von lebendigen Listen mit definierten Symbolen zur Verfügung. Im Vordergrund steht nun mehr die Beherrschung der Informationsflut anstelle (wie bisher) die Gestaltung. Jeder darf seine Kreativität ausleben wie er will, der Grundgedanke des eigentlichen Bullet Journal liegt aber zuerst auf der richtigen Strukturierung und dazu werden verschiedene Elemente in dem Buch vorgestellt (siehe unten)


Für mich stellt diese Methode eine optimale Umsetzung dar, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren (Fokus) aber auch zu reflektieren, ob es das Richtige war und es ggf. für die Zukunft anzupassen. Ein gutes Zeitmanagement wird im privaten als auch im geschäftlichen Umfeld immer mehr eine notwendige Fähigkeit sein. Zusätzlich sehe ich bei der Methode sehr viel Paralleln zur agilen Denkweise:

  • Es gibt Timeboxing und den Ansatz der kleinen Schritte mit kontinuierlicher Reflexion, um Strukturen und die Dringlichkeit mit einzubeziehen.
  • Es können Ziele definiert werden, die zuerst in Sprints und anschließend in Aufgaben heruntergebrochen werden (Basis war hier wirklich die Sprints aus der agilen Softwareentwicklung), mit dem Ziel Überforderung vorzubeugen.

Daher wage ich die These, dass jeder der ein Bullet Journal erfolgreich umsetzen kann, fühlt sich auch in der agilen Welt wohl und anders herum.

 

Ein Bullet Journal ist nicht als Kalender Ersatz gedacht, es muss auch niemals vollständig, sondern nur für einen persönlich nützlich sein. Daher unterscheidet sich jedes Bullet Journal von anderen, nur die Kernelemente finden sich bei jedem wieder:

  • Index: Auffinden der Inhalte mit Hilfe von Themensammlung mit Seitennummer
  • Future Log: Festhalten aller Termine und Aufgaben, die außerhalb des aktuellen Monats liegen
  • Monthly Log: Überblick über Zeiten und Aufgaben des aktuellen Montats, plus Geistiger Fundus (Aufgabenliste)
  • Daily Log: Eintragen der Gedanken und Aufgaben, die am Tag aufkommen mittels Rapid Logging, plus tägliche Reflexion

Zu den Schlüsselkonzepten gehören zusätzlich noch folgende grundlegende Elemente zur besseren Strukturierung:

  • Rapid Logging: Kurzschreibweise in Kombination mit Symbolen, um Gedanken in Notizen, Ereignisse und Aufgaben zusammenzufassen, zu kategorisieren und zu priorisieren.
  • Collection: Modulare Bausteine, um zusammenhängende Inhalte zu verwahren. Die 4 oben genannten Elemente Index, Future Log, Monthly Log und Daily Log sind bereits Collection (Formatvorlagen). Für alles was mehrmals auftaucht oder ein größeres Projekt darstellt kann eine Collection erstellt werden. Dies ist der individuelle Teil des Bullet Journals. Ein Portfolio an Collections ist der Stack.
  • Übertragung: Monatliche Reflexion, um bedeutungslose Inhalte herauszufiltern.

Für mich persönlich war jetzt die Bullet Journal Methode der letzte fehlende Baustein, den ich für die Perfektionierung meines Zeitmanagements gebraucht habe. Zusätzlich stellt mein Bullet Journal auch mein persönlicher Coach dar, da ich mit Hilfe des Notizbuches mich auf meine Ziele fokussieren kann und ich angehalten werde kontinuierlich zu reflektieren. Es ist dadurch auch möglich bestimmte Muster zu erkennen und über die entsprechenden Anpassungen schrittweise zu verändern.

 

Ich bin aber auch der Meinung, dass das eigentliche Potential dieser Methode in der Gesellschaft noch nicht erkannt wurde bzw. die Mehrzahl der bestehenden Community sich zu sehr auf den kreativen Bereich fokussiert und eher daher nur ein Kalender Ersatz umgesetzt wird. Daher plane ich ein Workshop zu dem Thema in der Zukunft anzubieten. Angefangen von den gängigen Zeitmanagement Methoden als Basis über das gemeinsame Erstellen des Bullet Journal Setups und erste Anwendung der Methode.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Andreas (Sonntag, 10 März 2019 08:02)

    Hallo Claudia, ok, wenn’s von Termin und Aufwand passt bin ich gerne dabei. Ich passe ja gerade gtd an mich an (oder mich an gtd? �), da kann ein weiterer Blick über den Tellerrand nicht schaden...

  • #2

    Claudia (Sonntag, 10 März 2019 10:41)

    Hallo Andreas,

    ich freue mich über dein Interesse.
    Die Bullet Journal Methode ist die perfekte Ergänzung zu GTD. Ich praktiziete GTD bereits seit 2004 - mein damaliger Chef hat es mir beigebracht. Mit dem Bullet Journal habe ich mir jetzt eine zentrale Stelle geschaffen, so das jede Aufgabe sich dort wiederfindet - sowohl privat als auch geschäftlich. Für mich funktioniert das analoge System besser als bisher jedes digital ausprobierte. Das Bullet Journal Methode hat einen minimalistischen Ansatz, so dass man schnell rein kommt.

    Ich komme auf dich zu, wenn ein Termin feststeht.

    Ganz liebe Grüße
    Claudia