3 positive Auswirkungen/Chancen durch die Corona Krise

Der Trauerschwan mit schimmernd schwarzen Federn, ein leuchtendroter Schnabel und einem eleganten langem Hals ist eine Seltenheit am Bodensee, da seine eigentliche Heimat Australien ist. Der Schwarzer Schwan (Black Swan) ist daher auch eine Metapher für ein vollkommen unerwartetes Ereignis (Ausreißer) von enormer Tragweite, wie beispielsweise Kriege, Naturkatastrophen, aber auch Epidemien.

 

Der Corona Virus als Pandemie trifft uns derzeit mit voller Wucht und mit all den typischen Merkmalen wie Panik und Angst. Finanzmärkte, Wirtschaft und Gesellschaft werden abrupt aus der Bahn geworfen. Auf der anderen Seite führt dies aber auch zu großen Umbrüchen. Nach solchen Ereignissen ist die Welt danach nicht mehr die selbe und es findet ein Neustart mit veränderten gesellschaftlichen Strukturen statt. Meistens in Form von Verbesserungen, allerdings erst nach dem Durchstehen einer Rezession.

Wir befinden uns derzeit mittendrin und wir wissen nicht wie lange es noch dauert - willkommen in der VUCA Welt. Trotz diesen Umständen sehe ich jetzt schon viele Chancen und positive Auswirkungen, die sich durch das neue Umfeld ergeben. Sichtbar wird jetzt schon welche Werte für die Zukunft wieder wichtiger werden.


1. Eintauchen in (neue) Formate unabhängig vom Ort

Mir persönlich gefällt es gerade sehr gut, dass es viele Experimente gibt. So habe ich an dem 48-Stunden Hackathon #WirVsVirus von der Bundesregierung von Zuhause mitgemacht und an einem Online Barcamp der Agile Cologne teilgenommen. Derzeit mache ich ein Online Training zum Remote Innovation Facilitator und lerne dort, wie man Methoden so nah wie möglich an der Offline Version nun Online durchführen kann. Meine eigene Challenge wird es sein, den nächsten agilen Stammtisch ebenfalls online durchzuführen.

 

Da derzeit alles unabhängig von der räumlichen Entfernung ist, kann jeder nun einmal in ein Format reinschnuppern, dass er sich Vor Ort nicht zugetraut hätte.  Auch wenn ich den persönlichen Kontakt immer bevorzugen werden, finde ich die neu geschaffene Möglichkeit eine Bereicherung. Es ist jetzt auf jeden Fall die richtige Zeit sich Weiterzubilden. Vielleicht bleiben auch nach der Krise das ein oder andere Angebot erhalten. Der Remote Hackathon mit den knapp 42.000 Teilnehmern beispielsweise wäre definitiv eine Veranstaltung, die in der selben Form noch mal Sinn machen würde.

2. Neue (Digitale) Geschäftsmodelle werden geschaffen

In der Vergangenheit haben sehr viele das Online Geschäft verschlafen bzw. nicht ernst genommen. Nun wurden viele wachgerüttelt und stellen sich gerade neu, teilweise auch sehr innovativ, auf. Auch ich bin gerade dabei einige meiner Kurse zukünftig auch Online (als Zusatz) anzubieten.

Wer hätte beispielsweise gedacht, dass es mal eine ausschließliche Briefwahl geben würde? In Bayern hat sich das flächendeckend positiv auf die Wahlbeteiligung ausgewirkt. Vielleicht können wir irgendwann auch mal Online wählen?

 

Ich freue mich, dass nun viele neue Angebote und Dienstleistungen geschaffen werden, die hoffentlich auch nach der Krise weitergeführt werden. Viele von diesen Angeboten würden für mich persönlich unabhängig der Krise zu einer Basisanforderung zählen. Ein generelles Umdenken ist spürbar.

 

3. Positiver Wandel der Arbeitswelt

Die meisten Unternehmen sind noch sehr weit weg davon New Work wirklich zu leben. Jedoch zwingt die Krise die Unternehmen dazu über bestehende Strukturen und Arbeitsweisen nachzudenken und andere Wege zu gehen. Am Online Barcamp der Agile Cologne wurde das Thema ebenfalls erörtert (siehe Screen).

 

Die Zusammenarbeit wird durch die Krise jeden Tag auf neue auf die Probe gestellt. Es zeigt sich nun, welche Führungskräfte bereits verstanden hat, wie die neue Art der Führung sein muss. Generell werden Werte, wie beispielsweise Vertrauen und Wertschätzung einen anderen Stellenwert einnehmen. Am Ende wird hinsichtlich der Digitalisierung nahezu jeder Bereich profitieren, da beispielsweise die Infrastruktur und Toolandschaft endlich auf dem aktuellen Stand ist.

 


Wie könnte unsere Welt nach Corona aussehen?

Das Zukunftsinstitut hat mögliche Zukunftszenarien nach der Corona betrachtet. Ich persönlich kann mir für meine Zukunft nur das Szenario 4 vorstellen, alle anderen sind keine Option für mich:

 

Szenario 4: Adaption

Die Welt lernt und geht gestärkt aus der Krise hervor. Wir passen uns besser den Gegebenheiten an und sind flexibler im Umgang mit Veränderung. Die Weltwirtschaft wächst zwar weiter, aber deutlich langsamer, mancherorts zeigt sich bereits Stagnation. Unternehmen in solchen Umfeldern brauchen neue Geschäftsmodelle und müssen unabhängiger vom Wachstum werden. Damit stellt sich automatisch die Sinnfrage nach dem Zweck des Wirtschaftens: Immer mehr Profit? Oder vielleicht doch bessere, sozial und ökologisch vorteilhaftere Problemlösungen für Kunden und andere Stakeholder? Eines ist klar: Das gemeinsame Überstehen der Krise verhilft zu einem neuen, achtsamen Umgang miteinander.

 

In Deutschland geht nun an vielen Stellen eine Solidaritätswelle durch das Land. Auch das Verhalten der Regierung verändert sich gerade. Es werden Prozesse überdacht und vereinfacht, es wird mehr länderübergreifend gearbeitet. Auf das Graves-Value-System bezogen werden wir immer grüner, wenn nicht sogar gelb. Das lässt doch hoffen, dass wir auf den richtigen Weg sind und Szenario 4 auch realistisch ist. Wer weiß, vielleicht wird auch endlich das bedingungslose Grundeinkommen ernsthafter diskutiert?

 

Welche Chancen nehmt ihr wahr? Welches Zukunftsszenario findet ihr realistisch?

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