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Agilität Übersicht

Agi|li|tät⟨f.; –; unz.⟩ agiles Wesen, Flinkheit, Gewandtheit, Beweglichkeit

 

Es ist eine Eigenschaft und keine Ausführung von Methoden. Agilität soll durch Werte, Prinzipien und Praktiken den Mitarbeiter unterstützt eigenverantwortlich zu arbeiten und konfrontiert ihn ständig mit den neuesten Kunden- und Marktanforderungen. Das Unternehmen und die Mitarbeiter stellen den Menschen und das Produkt in den Mittelpunkt und die Prozesse und Organisationen sind dafür notwendige Werkzeuge (siehe auch agiles Manifest).

 

Agilität ist somit die Qualität einer Organisation, sich reaktiv an sich verändernde Bedingungen anzupassen, kontinuierlich zu lernen und sich als Ganzes weiterzuentwickeln.

 

Agiles Mindset

Für Linda Rising bedeutet Agilität Lernen und Wachstum. Sie beschreibt in ihrem Vortrag The Power of an Agile Mindset die psychologische Komponente des agilen Mindsets. Es handelt sich hierbei um Glaubenssätze, Normen und Gebote, die unser Handeln beeinflussen.

Das fixed Mindset geht auf den Glaubenssatz zurück, dass geistige Fähigkeiten als angeboren betrachtet werden, wie beispielsweise die Körpergröße – man „kann es“ oder man „kann es“ eben nicht. Menschen mit fixem Mindset haben das Ziel, immer gut da zu stehen und vermeiden Herausforderungen, da diese immer auch ein potenzielles Scheitern beinhalten. Fehler definieren ihre Identität. Anstrengungen sind zu vermeiden, denn Anstrengungen sind ein Zeichen dafür, dass Fähigkeiten fehlen. Menschen mit dem fixed Mindset reagieren auf Herausforderungen mit Hilflosigkeit.

 

Das growth bzw. agile Mindset basiert hingegen auf den Glaubenssatz, dass geistige Fähigkeiten wie Muskeln trainierbar sind. Menschen mit dem agilen Mindset haben das Ziel zu lernen und Herausforderungen sind ihnen immer willkommen, Fehler liefern Informationen und Anstrengungen sind der Weg zu herausragendem Können. Menschen mit dem agilen Mindset passen sich Herausforderungen an

 

Der Glaube an erlernbare Fähigkeiten und der Wunsch zu wachsen führt unweigerlich zu einer agilen Entwicklung. Nicht agil zu entwickeln ist, Erfahrungen zu machen, ohne davon zu lernen.

Eine agile Vorgehensweise formt eine Vision und unterstützt alle Beteiligten, das bestmögliche zu unternehmen, um diese zu erreichen.

Agile manifesto

Basis der Agilität ist das sogenannte agile manifesto, dass 2001 von  17 IT Spezialisten verfasst wurde.

 

Wir erschließen bessere Wege, Software zu entwickeln, indem wir es selbst tun und anderen dabei helfen. Durch diese Tätigkeit haben wir diese Werte zu schätzen gelernt:

 

  • Individuen und Interaktionen mehr als Prozesse und Werkzeuge
  • Funktionierende Software mehr als umfassende Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit dem Kunden mehr als Vertragsverhandlung
  • Reagieren auf Veränderung mehr als das Befolgen eines Plans

 

Das heißt, obwohl wir die Werte auf der rechten Seite wichtig finden, schätzen wir die Werte auf der linken Seite höher ein.

Prinzipien hinter dem Agilen Manifest

Des Weiteren werden von dieser Gruppe von IT Spezialisten folgende 12 Prinzipien genannt:

 

Wir folgen diesen Prinzipien:

  1. Unsere höchste Priorität ist es, den Kunden durch frühe und kontinuierliche Auslieferung wertvoller Software zufrieden zu stellen.
  2. Heisse Anforderungsänderungen selbst spät in der Entwicklung willkommen. Agile Prozesse nutzen Veränderungen zum Wettbewerbsvorteil des Kunden.
  3. Liefere funktionierende Software regelmäßig innerhalb weniger Wochen oder Monate und bevorzuge dabei die kürzere Zeitspanne.
  4. Fachexperten und Entwickler müssen während des Projektes täglich zusammenarbeiten.
  5. Errichte Projekte rund um motivierte Individuen. Gib ihnen das Umfeld und die Unterstützung, die sie benötigen und vertraue darauf, dass sie die Aufgabe erledigen.
  6. Die effizienteste und effektivste Methode, Informationen an und innerhalb eines Entwicklungsteams zu übermitteln, ist im Gespräch von Angesicht zu Angesicht.
  7. Funktionierende Software ist das wichtigste Fortschrittsmaß.
  8. Agile Prozesse fördern nachhaltige Entwicklung. Die Auftraggeber, Entwickler und Benutzer sollten ein gleichmäßiges Tempo auf unbegrenzte Zeit halten können.
  9. Ständiges Augenmerk auf technische Exzellenz und gutes Design fördert Agilität.
  10. Einfachheit -- die Kunst, die Menge nicht getaner Arbeit zu maximieren -- ist essenziell.
  11. Die besten Architekturen, Anforderungen und Entwürfe entstehen durch selbstorganisierte Teams.
  12. In regelmäßigen Abständen reflektiert das Team, wie es effektiver werden kann und passt sein Verhalten entsprechend an.

Aus diesen 12 Prinzipien lassen sich für detaillierte Praktiken auf Teamebene ableiten. Hier gibt es eine direkte Verbindung. Die Prinzipien und Werte sind dabei die Ausgangsbasis. Wenn nicht alle Prinzipien gelebt werden, können zwar einzelne agile Praktiken verwendet werden, jedoch ohne die volle Wirkung zu entfalten.

 

Beispiel: Ein Team kann mit einem sehr gut definiertes Teamboards arbeiten, aber trotzdem nicht den Fokus auf den Kunden haben, indem es sich beispielsweise kein Feedback einholt. Die Zusammenarbeit im Team kann als extrem positiv wahrgenommen werden. Das entwickelte Produkt erfüllt am Ende aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht seinen Zweck oder hat zu wenig Nutzen für den Kunden.

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