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Systemtheorie

Die Systemtheorie ist die Grundlage für das Systemdenken und hat das Ziel eine theoretische Basis für den Begriff System als Grundkonzept darzustellen. Es kann in verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen wie beispielsweise in der Managementlehre angewendet werden.

 

In der Managementlehre hat die Systemtheorie einen hohen Stellenwert. Der St. Galler Systemansatz ist eine Anwendung der Systemtheorie bei der das Management der Komplexitätsbewältigung dient.

  • Die Systemtheorie baut auf einem Erkenntnismodell auf, in dem Systeme zur Darstellung einer komplexen Fragestellung mit Hilfe des Systemdenkens herangezogen werden. Durch das Denken in Systemen wird eine Analyse mit Betrachtung aller Einflussgrößen (Elemente, Relationen, Grenzen) vereinfacht, so dass auch Prognosen möglich werden.
  • Kybernetik wird als Synonym verwendet und versteht sich als die Wissenschaft der Steuerungsfunktion von komplexen Systemen mit dem Schwerpunkt auf Kommunikation und Feedback in einem Regelkreis.
  • Einer der Begründer der Systemtheorie, Niklas Luhmann, definiert ein System als Menge von Elementen zwischen denen Wechselbeziehungen bestehen. Alle Nicht-Elemente des Systems gehören nicht dazu und sind dessen Umwelt.
  • Systeme werden als komplex angesehen, wenn es eine hohe Anzahl und Abstufungen der Elemente und den dazugehörigen Beziehungen gibt. Komplexe Systeme sind durch dynamische Einheiten vernetzbar und weisen eine Ordnungsstruktur auf, die von außen beeinflusst werden kann.
  • Für Luhmann ist die Organisation ein soziales System, in dem ein Miteinander durch Regeln und einer vorgegeben Hierarchie mit der dazugehörige Kontrolle, in Verbindung mit Kommunikation sowie eine darauf aufbauende Handlungskette möglich ist. Ein soziales System unterscheidet sich von anderen Systemen durch Gruppen (Subsystem) und Elementen (Individuen) die eigene und Ziele verfolgen.
  • Das Management ist ein soziales System, da die Kommunikation die Grundlagen für eine funktionierende Managementorganisation darstellt. Durch eine unerwartete Situation kann eine Führungskraft in einem Management überfordert werden. Dadurch ist eine Lenkung für komplexe Fragestellung in Organisationen notwendig. Die Führungskraft kann durch solche Situationen dazulernen. Dies zeigt dass ein soziales System lernfähig ist und sich dadurch in jeder Hinsicht weiterentwickeln kann.
  • Eine Organisation muss über mehrere Lenkungssysteme verfügen, um optimal funktionieren zu können. Die 6 Systeme sind:
  1. Lenkungskapazität der Basiseinheiten,
  2. Koordination,
  3. Steuerung,
  4. Monitoring,
  5. Intelligenz und
  6. Politik.

Es müssen alle 6 Systeme in der richtigen Beziehung stehen, es darf kein System wegfallen und die benötigten Kapazitäten der Systeme sollten zugesichert sein, ansonsten ist die Funktionsfähigkeit einer Organisation gefährdet.

 

Je nach Aufbau einer Organisation kann sich diese als sehr komplex gestalten. Daher bietet die Systemtheorie einen theoretischen Ansatz die Organisation im Gesamten zu betrachten und eine optimale Lösung (insbesondere eine hohe Wertschöpfung) zur Steuerung und Weiterentwicklung der Organisation zu finden.

Quellen

  • Bruns, Andreas: Organisationales Wissen um strategischen Wandel in einer Welt elektronischer Netzwerkmedien – Ein Prozessmodell strategischer Anpassungsfähigkeit aus konstruktivistisch-systemtheoretischer Perspektive, Dissertation Hochschule Aachen, 2006, Seite 51, 52, 54
  • Prof. Dr. Markus Schwaninger: Systemtheorie. Eine Einführung für Führungskräfte, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, Universität St. Gallen, 3. Auflage, Seite 4, 7, 8, 15, 20
  • Becker, Franz: Systemtheorie. Eine Einführung für die Geschichts- und Kulturwissenschaften, Campus Verlag, Frankfurt a. M, 2001, Seite 21
  • Reimer, Jürgen Michael: Verhaltenswissenschaftliche Managementlehre. Haupt UTB, 2005, Seite 140
  • Scholz, Christian: Strategische Organisation – Multiperspektivität und Virtualität, mi verlag, 2. Überarbeitete Auflage, 2000, Seite 219, 220

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